Zinzendorfschule Tossens

 staatl. anerkannte Oberschule und

 staatl. anerkanntes Gymnasium

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Traumhaftes Theater mit Musik, pädagogische Meisterleistung

Schach 2.0“ - Schülermusical mit 65 (!) Fünftklässlern an Zinzendorfschule

Tossens. Conny Howell hat es wieder einmal geschafft: nach einem guten halben Jahr führte der jüngste Schüler*innenjahrgang in Tossens in bestechender Weise ein 80-Minuten-Spektakel auf – klug mit Charme, Witz und fetziger Musik.

Zunächst sitzen sich ein Mädchen und ein Junge an einem Schachbrett gegenüber, dann erwachen die Schachfiguren zum Leben. Die weiße Königin schwingt das Zepter, ihr Gatte ist ein Weichei, ihre Tochter eine verzogene Göre, die immer nur „mehr, mehr, mehr!“ fordert – von allem.

 

 

 

Plötzlich demonstrieren die Bauern und Arbeiter, fordern bessere Löhne, soziale Wohltaten. Noch wirkt die Drohung: wenn sie ihren Protest nicht beenden, heißt es: „Rübe ab!“

Auch die Bediensteten murren, denn ihr Leben ist karg und arbeitsreich, während Höflinge und Monarchen im Überfluss leben. Dann kommt es zu Auseinandersetzungen an der schwarz-weißen Grenze, wo sie sich gegenseitig als „Quarkgesichter“ und „Schokopuddings“ beschimpfen, mit Müll bewerfen und nach Krieg schreien.

Die Ratgeber erinnern die weiße Königin, dass gemäß alten Chroniken immer die Schwarzen solche Kriege gewinnen, also ist guter Rat gefragt. Die „Killer-Queen“ entscheidet: ihre Tochter wird den schwarzen Prinzen ehelichen – für den Frieden. Da die Schwarzen aus ihren Chroniken wissen, dass sie zwar Kriege gewinnen, danach aber immer schlechter leben als die Weißen, geht die schwarze Königin auf den Deal ein.

 

 

 

Prinz und Prinzessin wollen jedoch nicht verheiratet werden und fliehen mit je einer Begleitung. Als sie schon von der Polizei gesucht werden, treffen sie zufällig zusammen und verlieben sich in einander.

Zurück in den Schlössern entgehen beide der anstehenden Todesstrafe – weil die Königinnen sie für Nullen halten, die nicht einmal fliehen können, und weil man eine Null nun mal nicht hinrichten kann. So kommt es zum schrägen Happy End und der Frieden wird gewahrt.

 

 

 

Auf der von Richard Howell gestalteten Bühne ist viel los. Dort bewegen sich die jungen Darsteller rollengerecht, selbstbewusst und mit beachtlicher Sicherheit, sprechen überwiegend laut und deutlich und singen beherzt in die bereitgestellten Mikrophone. Selbst in der hintersten Sitzreihe werden fast alle Dialoge gut verstanden.

 

 

Wer nicht auf der Bühne agiert, gehört zum großen schwarz-weißen Chor, den Justus Mendelsohn, der für die Musik verantwortlich ist, dirigiert. Selbst vor kurzem noch einer von Conny Howells Darstellern, hat er Großes geleistet; die Fünftklässler begeistern das große Publikum ein ums andere Mal mit ihrem peppigen Vortrag fetziger Songs, textsicher, tonsicher, temperamentvoll. Die rockige Instrumentalmusik dazu kommt aus der gut eingestellten Soundanlage, wofür die Schüler-Techniker sorgen, ihrerseits betreut von Lukas Mendelsohn, der für die Eltern die Aufführung filmte.

Auf der Bühne wird im Duett gesprochen, wenn etwa beide Majestäten, schwarz und weiß, Mann oder Frau, den gleichen Text haben. Gelegentlich wird zweistimmig gesungen. Die Lieder haben zum Teil Ohrwurmcharakter – und werden einige Gäste auf dem Heimweg begleitet haben.

Conny Howell hat das Stück „Schach 2.0“ so umgearbeitet, dass für alle Kinder eine Rolle und für möglichst viele eine Sprechrolle herauskam. Wie es ihr gelang, 65 Kinder aus drei Klassen – eine Oberschul-, zwei Gymnasialklassen – zu einer derart tollen Gemeinschaftsleistung zu bringen, grenzt an ein Wunder und verdient allergrößte Anerkennung.

Schulleiterin Melanie Rummel zollte Frau Howell ihren Respekt, dankte Schulbegleiterin Stephanie Beyer, die bei sämtlichen Proben hilfreich vor Ort war, und beschenkte Darsteller, Techniker, Justus Mendelsohn und die Schülerinnen in der Maske, bevor sie das entzückte Publikum verabschiedete.