Zinzendorfschule Tossens

 staatl. anerkannte Oberschule
und staatl. anerkanntes Gymnasium
der Herrnhuter Brüdergemeine
 Auf dem Int 7
26969 Butjadingen
Sekretariat: Frau Ute Broer-Schuldt
Tel.: 04736 9295 0
Fax: 04736 9295 50
Email: schule"at"zinzendorfschule.de
Öffnungszeiten:   Mo.-Do.: 7:45 bis 13:30 Uhr
                              Fr.: nur in den Pausen

 

"Theaterspiel"

Am Anfang der 5. Klasse höre ich oft Sätze wie: "Was lernen wir im darstellenden Spiel?" oder "Welches Theaterstück führen wir auf?" Diese Fragen sind für mich immer schwer zu beantworten, denn in der Theaterpädagogik geht es nicht um abfragbare Resultate oder vorgefertigte Präsentationen. Es geht vielmehr darum, Alltägliches, Vertrautes in Neues umzuwandeln -- Denken in Handeln. Es geht darum, etwas auszuprobieren, um es zu verwerfen, oder es weiter zu entwickeln. Täglich müssen Ziele neu definiert werden, denn unsere Wege sind nicht immer gerade, und Überraschungen sind vorprogrammiert. Meine Aufgabe sehe ich darin, diesen lebendigen Dialog zwischen Kunst und lebensfroher Pädagogik zu fördern und auf die Bühne zu bringen. Theaterspielen schafft Bilder, die so bunt und vielfältig sind wie unsere Schülerschaft.
-- Connie Howell, Theaterpädagogin an der Zinzendorfschule Tossens





 

Traumhaftes Theater mit Musik, pädagogische Meisterleistung

Schach 2.0“ - Schülermusical mit 65 (!) Fünftklässlern an Zinzendorfschule

Tossens. Conny Howell hat es wieder einmal geschafft: nach einem guten halben Jahr führte der jüngste Schüler*innenjahrgang in Tossens in bestechender Weise ein 80-Minuten-Spektakel auf – klug mit Charme, Witz und fetziger Musik.

Zunächst sitzen sich ein Mädchen und ein Junge an einem Schachbrett gegenüber, dann erwachen die Schachfiguren zum Leben. Die weiße Königin schwingt das Zepter, ihr Gatte ist ein Weichei, ihre Tochter eine verzogene Göre, die immer nur „mehr, mehr, mehr!“ fordert – von allem.

 

 

 

Klassenzimmer“ und „Tapetenwechsel“ - des Theaters zweiter Teil

Ergebnis des Unterrichts im Fach „darstellendes Spiel“ der Klasse 5 Gymnasium

Tossens. Etwas mehr als eine halbe Stunde lang gehörte die Bühne in der Aula der Zinzendorfschule Tossens den Schülern und Schülerinnen der 5a, die unter Leitung von Bo Howell 10 Szenen erarbeitet hatten.

Zu den drei Themen „Stine wird gekrönt“, „Streit um einen Jungen“ und „Das Wachsfigurenkabinett“ hatten die insgesamt 13 Darsteller sich einiges einfallen lassen. In vier Gruppen entwickelten sie eine Szenencollage, die in eine Rahmenhandlung eingebettet war. Dabei ging es ums Träumen und Träume. Mit Elementen des epischen und dramatischen Spiels gingen die jungen Akteure ans Werk.

Sie hatten im Vorfeld mit Hilfe von kreativem Schreiben und Improvisation den kleinen Stücken nach und nach Gestalt verliehen. Die Handlungen bewegten sich zwischen den Polen „Nähe“ und „Ferne“ und spielten mit dem Unterschied von „Traum“ und „Wirklichkeit“.

Das Publikum erlebte eine anregende und unterhaltsame Vorführung, in der die Kinder beachtliche Fähigkeiten und theatrale Fertigkeiten unter Beweis stellten. Kräftiger Applaus und gesundes Obst waren neben Süßigkeiten und dem Stolz auf die eigene Leistung der Lohn für die künstlerische Arbeit.

Eine Geschichtslehrstunde mit Musik und Tanz

Berlin 1938 – getanzte Freiheit“ als Musical der 10. Gymnasialklassen

Tossens. Zinzendorfschule zeigt traditionelles Musical zum Thema „Swing Kids“. Zeit des Nationalsozialismus auf Bühne wieder lebendig gemacht.

Das diesjährige Schülermusical der Klassen 10a1, 10a2 und 10e wurde gemeinsam von Wilhelm Magnus, Conny und Bo Howell auf die von Richard Howell gestaltete Bühne gebracht. Inspiriert durch den Film „Swing Kids“ hatten sie gemeinsam mit den Akteuren ein Stück über den Teil der deutschen Jugend entwickelt, der gegen den nationalsozialistischen Einheitsstaat und seine Jugendpolitik rebellierte, indem sie sich mit anglo-amerikanischer Kultur identifizierten, also dem Swing-Jazz huldigten, samt passender Kleidung, Tänzen und Frisuren.

Die Live-Band bestand aus Schülern (an Gitarre, Bass, Klavier, Schlagzeug, Cello, Klarinette und Baritonhorn), Wilhelm Magnus (Sologitarre), sowie Musiklehrerin Ute Extra und dem ehemaligen Schulleiter Jürgen Sprickerhof (beide Saxophon).

In der komplexen Handlung kamen viele Aspekte des Themas zum Tragen, wobei das dramatische Bühnengeschehen wo immer möglich durch musikalische Einlagen untermalt oder unterbrochen wurde. Neben deutschen Schlagern, „Ein Freund, ein guter Freund“, „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Bei dir war es immer so schön“, deutschem Swing, „Sie will nicht Blumen oder Schokolade“, „So ein Regenwurm hat's gut“, und amerikanischen Swing-Klassikern, „So what are you gonna Do?“, „When I get low I get high“, „The best things in life are free“ und dem Hit „It don't mean a thing if it ain't got that swing“ (als Zugabe) erklangen deutsches Volksliedgut und ein Nazi-Hymne.

Im Zentrum des Stückes steht eine Freundesgruppe, die gerade die Oberrealschule abschließt, natürlich auf getrennten Mädchen- und Jungenschulen. Ein großer Teil der Schüler hat sich ein den „Bund Deutscher Mädel“ (BDM) oder die „Hitlerjugend“ (HJ) integrieren lassen und wird dort mit Propaganda des Führerstaats gefüttert. Ein kleine Gruppe verweigert sich der „Gleichschaltung“. Unter Missachtung aller Verbote und Drohungen hören sie gemeinsam Jazz-Platten, tanzen dazu und genießen ihre heimlichen Swing-Parties, bei denen sie sich vor der Entdeckung durch die Nazi-Organisationen oder die Geheime Staatspolizei (Gestapo) hüten müssen.

Anton ist Gitarrist, Django-Reinhardt-Fan und deutscher Jude. Für seine Überzeugung bezahlt er mit von der HJ gebrochenen Fingern. Peter lehnt den Staat ab, ist bereit sich zu widersetzen und will sich angesichts des drohenden Krieges nicht auf eine Freundschaft mit der getauften Maria einlassen, deren Mutter Jüdin ist. Karl hat sich ohne innere Überzeugung der HJ angeschlossen, da er nur so seinen sportlichen Ehrgeiz befriedigen kann. Außerdem winkt ihm sozialer Aufstieg, wenn er als Kind armer Eltern an eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola) kommen kann.

Alberts kleiner Bruder ist bereits Jung-Nazi und schämt sich, weil sein Vater in „Schutzhaft“ war.

Mehrere Mädels gehören zu der Gruppe, wobei Anneliese nur „überwintern“ möchte, also die Nazi-Ära überleben, während andere sich nicht mehr mit kultureller Rebellion begnügen und aktiv Widerstand leisten wollen. Während der Druck des Regimes wächst und die Jugendlichen in die Schusslinie geraten, verteilen sie oppositionelle Flugblätter oder schließen sich den „Edelweißpiraten“, ehemaligen bündischen Jugendlichen, an. Ein Chor aus vier Mädels ergänzt das Drama um mehrere historische Informationsblöcke.

Dramatisch verläuft die Beziehung zwischen Eberhard und Sarah, dem nicht mehr ganz überzeugten Jungnazi und der schönen Tochter eines jüdischen Ehepaares, die, kaum das sie begonnen hätte, damit endet, dass er ihr dringend empfiehlt, mit ihrer Familie das Land zu verlassen.

Tragisch endet Albert, der seine abweichenden Überzeugungen im Tagebuch festgehalten hat und durch einen Sack über dem Kopf unkenntlich gemacht, ausgerechnet von seinem eigenen kleinen Bruder als „Volksverräter“ erschossen wird.

Das Ganze, technische gut unterstützt in Licht und Ton, natürlich in tollen Kostümen, mit gekonnter Maske und in überwiegend überzeugender Manier gespielt, überzeugt als gemeinsame Leistung eines Ensembles aus drei Klassen auf der Bühne der Zinzendorf-Schulaula.